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Aufstieg per Mail: Warum der TSV Lindau plötzlich Bezirksliga spielt

Der TSV Lindau um Malina Herter (Mi.) hatte in der Rückrunde viel Grund zur Freude. (Foto: Fabian Enzensperger)

Lindaus Handballerinnen gehen künftig eine Liga höher an den Start. Der „eigentliche Erfolg der Saison“ ist für den Trainer jedoch ein anderer.

Unverhofft steigen die Handballerinnen des TSV Lindau in die Bezirksliga auf. Nach fünf Jahren Bezirksklasse war die Nachricht eine Überraschung.

Die frohe Botschaft des Baden-Württembergischen Handball-Verbandes (BWHV) trudelte vor einer Woche per Mail ein. Dabei erfuhren die Lindauerinnen vom Verzicht des Meisters TV Weingarten II und dem eigenen Aufstieg als Tabellenzweiter.

Erfreuliche Entwicklung

Eine erfreuliche Entwicklung, denn zu Beginn der Saison war ein möglicher Aufstieg kein Thema. Der Grund dafür war der chronische Personalmangel im TSV-Kader der Frauen. Die vorangegangene Saison beendete Lindau als Schlusslicht und Karen Lützelberger bedauerte im Januar 2025: „Wenn wir nicht mehr Spielerinnen bekommen, wird das auch nächstes Jahr nicht wirklich ein Thema“, obwohl der Ehrgeiz da sei, meinte sie damals.

Trainer Alexander Haller coacht die Damen seit 2021 und dies durchgehend in der untersten Liga – der Bezirksklasse. Es ist also ein kleines und unerwartetes Wunder, das sich aber erklären lässt. „Die Saison fing mau an“, erinnert sich Haller, denn die Personaldecke war so dünn wie eh und je.

Qualitätsschub durch junge Kräfte und Rückkehrer

Absehbar war, dass im Winter drei Spielerinnen aus der B-Jugend 16 Jahre alt werden und damit berechtigt waren, bei den Frauen mit auf dem Feld zu stehen. Es ging in die richtige Richtung, auch weil zwei Spielerinnen nach Lindau zurückkehrten. „Es ist ein Unterschied, ob man mit sechs oder sieben in der Halle trainiert oder die Zahl zweistellig ist. Dann wirkt sich das natürlich auch positiv auf die Trainingsqualität aus“, erklärt er und darf sich für die neue Saison in der Bezirksliga auf einen Kader ohne Abgängen freuen. Wohin die Reise für die kommende Saison gehen soll, liegt für Lindaus Coach auf der Hand. „Nach dem Aufstieg muss immer das Ziel der Klassenerhalt sein und das so früh wie möglich“, sagt Haller.

Lindau sicherte sich mit 12:8 Punkten den zweiten Platz. Der Schwerpunkt lag weniger auf dem sportlichen Erfolg und mehr auf dem Aufbau einer funktionierenden Mannschaft. „Das Ziel war auf jeden Fall, dass wir uns verbessern, aber nicht tabellarisch, sondern spielerisch. Das große Ziel war, ein Team zu formen, und das hat die Mannschaft gut umgesetzt. Sie ist eine Einheit geworden, die sich nicht nur zweimal die Woche zum Training trifft, sondern auch als Freundeskreis in ihrer Freizeit miteinander etwas macht“, sagt Haller nicht ohne Stolz und bezeichnet dies als „den eigentlichen Erfolg der Saison.“

Lindau setzt auf Fitness und Stabilität

Seit zwei Wochen trainieren Lindaus Handballerinnen wieder. Für den Klassenerhalt will ihr Coach vor allem an der Fitness schrauben. Haller sagt: „Wir sind als Nachrücker aufgestiegen und haben viele Spiele knapp gewonnen, die wir vorletztes Jahr noch verloren hätten. Bei vielen Spielen waren wir vorne und haben dann knapp verloren. Das ist für mich ein Zeichen, dass wir an der Kondition etwas machen müssen, damit uns am Ende nicht die Luft ausgeht. Wir legen jetzt den Fokus auf Fitness, Kraft, Ausdauer und Dehn- und Stabilitätsübungen, um auch insbesondere Verletzungen vorzubeugen, damit wir in der neuen Liga bestehen können.“

Erst dann will sich der Coach und Sportwart des TSV auf das Spielerische konzentrieren und plant zusätzlich Testspiele ein. Es werden also erst einmal harte Trainingseinheiten für Lindaus Handballerinnen, die ihren Erfolg sicher ausgiebig am kommenden Samstag beim Sommerfest des TSV Lindau feiern werden.

Weltmeister Dominik Klein kommt nach Lindau

Das nächste große Event steht beim TSV bereits am 31. Juli im Kalender. Am letzten Schultag vor den Sommerferien erwarten Lindaus Handballer prominenten Besuch. Ex-Nationalspieler und Weltmeister von 2007, Dominik Klein, wird mit Kindern und Jugendlichen in der Dreifachturnhalle in Aeschach trainieren. Den Abschluss bildet ein Testspiel der TSV-Männer gegen seine Mannschaft, den Münchner Panthers. Klein will mit ihnen die Bundesliga erobern. Gerade sind sie aus der dritten Liga abgestiegen, aber der Plan steht. Der Kartenvorverkauf beginnt am kommenden Sonntag.