Es ist viel passiert beim TSV Lindau. Seit Januar waren die Handballer vergeblich auf der Suche nach einem neuen Trainer für die Männer. Sven Grauer ist nun der neue Coach, der als Feldspieler in den Ruhestand geht. „Aus altersbedingten Gründen musste ich zurücktreten, was das Knie und die Schulter angeht. Nach Absprache bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich das übernehme“, sagt der 33-jährige, der bereits bei seinem Heimatverein SV Seulberg zwei Jahre lang die erste Herrenmannschaft trainierte.
Trainer freut sich über den großen Kader
Seit fast einem Monat ist er nun im Amt und bringt den inzwischen großen Kader durch den Zusammenschluss mit der zweiten Mannschaft in der Vorbereitung auf die Bezirksoberliga mächtig ins Schwitzen. Zweimal die Woche wird in der Halle mit einer Laufeinheit und Kraftübungen trainiert. Die akuten Personalprobleme der vergangenen Saison sind inzwischen Geschichte. „Wir trainieren momentan mit 16 bis 17 Mann, wenn alle wieder fit sind, kommen wir auf einen Kader mit knapp 25 Spielern“, sagt der Vater von zwei Kindern, der in Lindau vor zwei Jahren seine Wahlheimat gefunden hat.
Seine Aufgabe bis zum Saisonstart in der Bezirksoberliga ist, die jungen Spieler aus der aufgelösten zweiten Mannschaft in die erste Mannschaft zu integrieren. „Das Saisonziel ist, das Umschaltspiel schneller zu gestalten, um auch einfache Tore zu machen. Das funktioniert schon ganz gut“, Grauer. Die Liste neuer Spieler ist lang: Jakob Holl, Julian Richter, Benedikt Hecht, Tristan Schuff, Micha Hinz, Nico Rizzio, Ben Trenkle und Lenny Karsten verstärken das Lindauer Team.
Zwei Testspiele haben die Lindauer bereits hinter sich. Mit drei Toren plus endete die Begegnung gegen den Bezirksliga-Aufsteiger SG Ailingen-Kluftern. Gespielt wurden dreimal 20 Minuten. „Da war viel Versuch dabei“, sagt Grauer. „Das war das erste Spiel in der Kombination zusammen und lief richtig gut. Wir haben viel gewechselt und viele Abwehrvarianten geübt.“
Unentschieden gegen einen Ex-Landesligisten
Dann ging es in Langenargen gegen den TSV Weilheim, der in der vergangenen Saison aus der Landesliga-Staffel 3 abgestiegen ist. „Wir waren nach dem Spiel sehr zufrieden. Wir haben etwas Zeit gebraucht, bis wir reingekommen sind. Weilheim hat sehr stark verteidigt, aber am Ende ist es unentschieden ausgegangen“, sagt Lindaus Kapitän Alexander Haller. „Am Anfang waren wir deutlich hinten. Zur Halbzeit auch noch, aber dann haben wir uns Tor für Tor zurückgekämpft. Am Schluss haben wir mit dem vorletzten Angriff den Ausgleich gemacht.“
Jetzt läuft der Countdown für den 31. Juli, wenn die neu gegründeten Münchner Panther mit Ex-Nationalspieler Dominik Klein auf ihrer Gipfeltour Richtung Bundesliga beim TSV Lindau gastieren. Die Panther sind ein Zusammenschluss zwischen der HG München und TuS Fürstenfeldbruck, die aus der Regionalliga ganz nach oben wollen. Das Motto: „Zwei Vereine. Ein Ziel. Bundesliga.“ Die früheren Nationalspieler Klein und Steffen Weinhold wollen Profihandball wieder in der bayerischen Landeshauptstadt etablieren.
Bei so hohem Besuch dürfen sich die Zuschauer auch auf ein Rahmenprogramm freuen. Das Kindertraining mit Weltmeister Klein ist bereits ausverkauft. Karten gibt es aber noch für das Duell zwischen den Inselstädtern und den Panthern. Anpfiff ist um 17.30 Uhr. Ab 16.30 Uhr ist die Dreifachturnhalle in Aeschach geöffnet. Klein wird in Lindau auch sein Projekt vorstellen. Tickets sind im Lindaupark oder online bei Reservix erhältlich.
Angeblich will der ehemalige Linksaußen in Lindau auch als Spieler auf dem Feld stehen – sowohl für die Panther als auch für die Lindauer. Nach der Partie ist vor der Halle ein Meet & Greet mit Klein und allen Spielern geplant.
Lindaus neuer Trainer ist sich bewusst, dass das kein Messen auf Augenhöhe sein wird. „Ich sehe das als Trainingseinheit, bei der jeder Spieler seine Spielzeit bekommen wird, denn solch eine Begegnung hat man wahrscheinlich nur einmal in seiner Karriere“, meint Grauer. „Wir wollen einen erfolgreichen und schönen Handball spielen. Vielleicht können wir sie mit zwei, drei guten Aktionen ein bisschen ärgern und selbst dabei Spaß haben und den professionellen Handballern zeigen, was man draufhat.“




