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Dominik Klein schenkt Lindaus Handballern ein Wunschkonzert

Begeisterung in Lindau: Dominik Klein (Mi.) nahm sich in der Inselstadt viel Zeit für die Kinder und war sich dann auch nicht zu schade, für den heimischen Bezirksoberligisten aufzulaufen. (Foto: Fabian Enzensperger)

Der Weltmeister von 2007 gastierte mit seinen neu gegründeten Münchner Panther in der Inselstadt und überließ dem Heimverein die komplette Planung.

Wenn einer der erfolgreichsten Handballer Deutschlands in Lindau zu Besuch ist, dann gibt es in der Dreifachturnhalle in Aeschach nicht nur eine volle Tribüne, sondern auch ausnahmsweise ein Spiel mit Harz und sehr viel Herz für den Handballsport. Der Deutsche Meister, Champions-League-Sieger und Weltmeister Dominik Klein, der auch gerne als der „Handball-Energizer“ bezeichnet wird, begleitete seine neu gegründeten Münchner Panther auf dem Weg ins Trainingslager nach Dornbirn (Österreich) mit einem Zwischenstopp beim TSV Lindau.

Der Weltmeister trägt das Lindauer Trikot

Klein kennt es nicht anders, auch früher machte er mit seinen Profimannschaften kurz vor dem Trainingslager-Start einen Halt, „um mit kleineren Vereinen ein Event zu machen“, erzählte der 42-Jährige und überließ den Inselstädtern die Planung. „Ich habe gesagt, ihr könnt Wünsche äußern, wie dieser Tag aussehen soll, so mache ich das immer. Ich habe nichts vorgegeben“, sagte Klein.

Der TSV Lindau wünschte sich ein Kindertraining mit Klein und Klein im Team des TSV beim Freundschaftsspiel gegen seine Münchner Panther, die für Tore im Minutentakt sorgten. Am Endstand von 18:47 (9:22) konnte auch der Ex-Profi im grünen Trikot mit der Nummer 33 nichts ändern. Er stand am vergangenen Freitag in beiden Hälften für mehrere Minuten auf der Platte und steuerte immerhin vier Tore für den Bezirksoberligisten bei.

Dank Klein kam auch Schiedsrichterin Tamara Neuchel mit einem erfolgreichen Siebenmeter für Lindau zum Einsatz. „Dominik hat sich immer beschwert, dass ich zu wenig Siebenmeter pfeife, deswegen hat er den Siebenmeter pfeifen dürfen, da habe ich ihm meine Pfeife gegeben. Das war dann die Revanche, dass ich ihn werfen durfte“, sagte Neuchel lachend, die Klein in der 54. Minute augenzwinkernd mit der Roten Karte verabschiedete. „Sich auf den Gegner abzuwerfen für den eigenen Vorteil, war nicht in Ordnung.“ Die Kinder freuten sich, denn Klein setzte sich zu ihnen.

Die klare Niederlage der Lindauer war sekundär. „Das Ziel war zu sagen, das Ergebnis ist egal, aber wir haben Spaß und haben Freude und wollten dem Publikum zeigen, was Lindau-Handball ist und das Lindau-Handball Spaß macht. Ich glaube, das ist uns gelungen“, meinte der neue Trainer Sven Grauer und lobte vor allem die jungen Spieler seiner Mannschaft. „Sie hatten richtig gute Aktionen heute und da bauen wir weiter darauf auf. So, dass wir im September gegen Bregenz im ersten Spiel gleich zeigen können, dass wir vorhaben, in der Liga weiter oben mitzuspielen.“

Allianz für Bundesliga-Ambitionen

Nach oben wollen auch die Münchner Panther, die das Spielrecht des TuS Fürstenfeldbruck übernommen haben und eine Spielgemeinschaft mit der Handballgemeinschaft (HG) München eingegangen sind. Sie haben Großes vor und wollen die Keimzelle für Bundesliga-Handball in München werden.

Nach dem Abstieg von Fürstenfeldbruck in die Regionalliga soll es nächste Saison so schnell wie möglich zurück in die dritte Liga gehen. „Das ist unser Anspruch, den wir haben. Wir wollen oben mitmischen und uns ist bewusst, dass das ein harter Weg wird“, sagte ihr Trainer Stefan Weidinger, der jetzt die Aufgabe hat, ein sehr junges Team zu formen und zu entwickeln.

Klein setzt in München auf Identität und Nachwuchs

Für dieses Projekt gab es vor Anpfiff noch ein grünes Trikot vom TSV für Klein mit der Aufschrift: „Viel Erfolg auf dem Weg zum Gipfel.“ Klein, der inzwischen mit seiner Frau Isabell, ebenfalls ehemalige Handball-Nationalspielerin, und Kindern in Oberschleißheim lebt, will für München „Identität vorleben, Begeisterung schaffen, Talente aus der Region die Möglichkeit geben, dass sie nicht nach Leipzig, nach Magdeburg, nach Berlin oder Mannheim gehen müssen, sondern dass sie bei uns ihren Traum nachgehen können und eine Perspektive haben.“

Mit der Gründung der Münchner Panther beginnt die Gipfeltour, die Zuwachs bekommen soll, verriet Klein. „Wir werden die Gipfeltour auch für die Frauen im nächsten Jahr anpacken. Wir werden auch in eine Handballgemeinschaft mit einem Frauenteam gehen, damit wir alle Talente mitnehmen können.“

Lange Schlange nach dem Spiel

Dass Klein der „Energizer“ für den Handballsport ist, bewies er am Freitag in Lindau eindeutig. Die Warteschlange für Autogramme war nach dem Spiel lang und ein Selfie mit mit dem Handball-Weltmeister von 2007 jagte das andere. Klein begeisterte Jung und Alt. Dominik Moll, Präsident des TSV Lindau, war bereits beim Kindertraining am Nachmittag in der Halle. „Die Kinder waren durchgehend schön verschwitzt und glücklich“, berichtete er und freute sich. „Für Lindau ist das eine tolle Gelegenheit zu zeigen, wir sind immer noch Bayern und der Kontakt zu Dominik Klein gab uns ein unverhofftes Event zum Start der Sommerferien.“