Opens in a new tab
Vorbericht

Lindaus Handballer wachsen zusammen

Simon Stausberg (li.) steht nach einem Jahr Verletzungspause wieder für die Lindauer auf der Platte. Für einen Einsatz am Samstag ist es aber noch zu früh. (Foto: Fabian Enzensperger/Archiv)

Zum Saisonauftakt am Samstag gegen Bregenz in der Bezirksoberliga fehlen noch wichtige Spieler. Dennoch strebt der TSV Lindau als Absteiger den oberen Tabellenbereich an.

Als vergangene Saison der Abstieg aus der Landesliga schon fix war, nahm es der TSV Lindau gelassen hin und blickte mit Vorfreude auf die kommende Handballsaison in der Bezirksoberliga. Anfang Mai verkündete Kapitän Alexander Haller: „Jetzt spielen wir in der Liga, in der wir letzte Saison auch waren und in der vorletzten den Klassenerhalt ausgerufen haben. Darauf freuen wir uns.“ Das ist so geblieben und trifft auch auf den Saisonauftakt bei Bregenz Handball II am Samstag (14.15 Uhr) zu.

Gemischte Mannschaft

Der chronisch verletzungsbedingte Personalmangel, der auch zum Abstieg führte, sollte in dieser Saison Geschichte sein. Dafür haben die Inselstädter im Sommertraining ihre beiden Herrenmannschaften vereint und das junge Team der ehemaligen Herren 2 mit Ben Tränkle, Jakob Holl, Julian Richter, Nico Rizzo, Tristan Siegel, Benedikt Hecht und Paul Kobelke steht nun mit den erfahrenen Spielern der Herren 1 zusammen auf der Platte. Lindaus neuer Trainer Sven Grauer übernahm im Sommertraining die Aufgabe, aus zwei eins zu machen. „Es ging in der Sommerpause darum, Abläufe mit den Jungen zu festigen und unsere Abwehrvarianten auf die jungen Spieler zu übertragen. Das funktioniert zum großen Teil schon sehr gut“, berichtet Grauer.

Grauer forderte seine Jungs: „Die jungen Spieler haben es gut angenommen, was die erfahrenen Spieler rüberbringen, und was ich von ihnen möchte. Das war ein sehr positives, aber auch kraftintensives Training mit Teambuildingmaßnahmen.“ Am Samstag gab es vier Trainingseinheiten à eineinhalb Stunden und abends noch Teambuildingmaßnahmen. Am Sonntag folgten drei Trainingseinheiten und am Abend ein Testspiel gegen Kaufbeuren. Das Ergebnis gegen den bayerischen Bezirksoberligisten konnte sich sehen lassen. Der TSV besiegte die SG Kaufbeuren/Neugablonz mit 31:25 (15:13).

Weil vergangene Woche die Dreifachturnhalle wegen Grundreinigung geschlossen war, gab es noch einen Ausflug zum HCL Vogt (Bezirksklasse) – mit weniger Erfolg. Nach dreimal 20 Minuten verloren die Lindauer mit 24:27. Nach einem Jahr verletzungsbedingter Pause stand Simon Stausberg wieder im Rückraum auf dem Feld. „Er ist natürlich konditionell noch nicht ganz auf der Höhe wie die anderen“, berichtet Grauer. „Wir hatten unseren planmäßigen Rechtsaußen und Kreisläufer nicht dabei. Es war tatsächlich mehr eine Trainingseinheit und ging mehr um Ballsicherheit und Passgenauigkeit. Dafür war das Training gut.“

Für die Lindauer ist die Reserve von Bregenz Handball eine große Unbekannte. Kapitän Haller spricht von einer „Wundertüte“, die da auflaufen wird. „Wir wissen gar nicht, gegen wen wir spielen werden. Das war schon 2024 eine ganz gemischte Mannschaft mit erfahrenen Spielern und ganz jungen Spielern.“ Für Lindaus Trainer ist Bregenz II der Favorit der kommenden Saison. „Man hört Gerüchte, dass sie in den nächsten Saisons hintereinander verstärkt aufsteigen wollen, um in Deutschland einen ordentlichen Unterbau für die erste Liga in Bregenz zu schaffen.“

Vier erfahrene Spieler fehlen zum Auftakt

Natürlich streben die Lindauer zwei Punkte an und wollen sich auf ihr Spiel fokussieren. „Wenn wir 60 Minuten lang unser Bestes geben, dann können wir zufrieden sein“, meint Haller. Grauer wird bei der Zielsetzung für diese Saison konkret: „Wenn wir gut in die Saison kommen und in den ersten drei, vier Spielen zwei bis drei Siege holen, können wir locker unter die ersten fünf kommen. Dann schauen wir mal, wo die Reise hingeht.“

Fest steht bereits, dass am Samstag die erfahrenen Spieler Moritz Pieper, Stausberg, Norbert Knechtel und Torhüter Ronald Steppan nicht dabei sein werden. Für Grauer kein Grund zur Sorge: „Dafür haben wir die jungen Spieler und dann müssen sie gleich mal in die Verantwortung springen. Daher bin ich guter Dinge, dass wir trotzdem ein gutes Spiel machen werden.“