Für den TV Weingarten war das Kellerduell gegen den TSV Lindau der absolute Höhepunkt in dieser Saison. Die heimischen Handballer bejubelten am Samstag ihren ersten Sieg nach 16 Spieltagen in der Landesliga. Der TVW gewann vor 50 Zuschauern in der Großsporthalle mit 31:23 (17:10) gegen die Inselstädter, die danach den Glauben an den Klassenerhalt verloren.
„Die erste Halbzeit war eine Katastrophe, das muss man wirklich so sagen“, sagte TSV-Kapitän Alexander Haller. „Die Körpersprache war falsch, die Chancenverwertung war schlecht und die Abwehr war nicht gut.“ Bereits nach sechs Minuten Spielzeit knickten die Lindauer ein. Der TV Weingarten freute sich über einen 4:0-Lauf und baute seinen Vorsprung sukzessive aus. Mit einem komfortablen Polster von sieben Toren plus traten die Gastgeber den Gang in die Kabine an.
Halbzeit-Hypothek ist zu hoch
Eine Hypothek, die für die Lindauer zu hoch war, auch wenn es danach besser lief. „Die zweite Halbzeit haben wir mit einem Treffer weniger verloren. Das war in Ordnung, aber wir hätten besser spielen können. Es war von Anfang an ein gebrauchter Tag“, meinte Haller enttäuscht, weil er vor dem Anpfiff in der Großsporthalle einen „guten Eindruck hatte. Aber irgendwie war das mit dem Anpfiff wie weggeblasen.“
Dass am Samstag wichtige Spieler mit Simon Stausberg und Robert Broszio im Rückraum fehlten, wollte er als Erklärung nicht gelten lassen: „Das darf keine Entschuldigung sein. Wenn Spieler fehlen, kann man trotzdem mit einer guten Einstellung ins Spiel gehen. Dem Gegner mit Körpersprache zeigen, dass man gewinnen will und auch den eigenen Fans. Das haben wir alles in der ersten Halbzeit vermissen lassen.“
Die Rote Karte für Sven Grauer nach drei Zeitstrafen bezeichnete Lindaus Kapitän „als ein bisschen undiszipliniert und hätte nicht sein müssen, aber da war die Messe eh schon gelesen.“ Ein Turnaround mit acht Toren minus in der 56. Minute war an diesem Tag schlicht unmöglich.
Lindau möchte die Saison „anständig zu Ende spielen“
Neun Punkte fehlen den Lindauern zum HC Lustenau auf dem sicheren zehnten Platz in der Landesliga-Tabelle. Rein rechnerisch wäre dies noch in den verbleibenden sechs Spielen aufholbar, nach der klaren Niederlage im Derby in Weingarten rechnet der Tabellenvorletzte mit dem Abstieg. „Wir können uns jetzt damit anfreunden, nächstes Jahr mit einer Liga tiefer zu planen“, bedauerte Haller, der das selbstredend nicht schön findet, aber es nach zuvor drei Aufstiegen in Folge auch nicht „als Beinbruch“ bezeichnen will.
Hallers Motto lautet jetzt: „Die Saison noch anständig zu Ende spielen. Dann sind wir in der Bezirksoberliga.“ Am kommenden Samstag (15.30 Uhr) gastieren die Inselstädter beim HC Lustenau. Die Partie wird in der Sporthalle am See in Hard ausgetragen.
Handballerinnen gewinnen in Friedrichshafen
Einen Sieg feierte Alexander Haller am Samstag. Als Trainer gewann er mit den Handballerinnen des TSV Lindau in der Bodenseesporthalle bei der HSG Friedrichshafen-Fischbach II mit 37:36 (21:18). Die Inselstädter rangieren jetzt in der Bezirksklasse auf dem zweiten Tabellenrang und haben noch ein Heimspiel gegen die HSG Lindenberg-Isny am Samstag, 11. April (15.30 Uhr), vor der Brust. „Der zweite Platz ist drin. Aber nicht aus eigener Kraft“, sagt Haller. Der SV Bad Buchau II und Friedrichshafen-Fischbach II liegen nur einen Zähler hinter den Inselstädterinnen und haben bis Saisonende noch zwei Partien im Kalender stehen.



