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Berichte

Junge Wilde beleben das Spiel des TSV Lindau

Belohnung für den Trainingsfleiß: Nachwuchstalent Julian Richter (am Ball) durfte im Lindauer Heimspiel gegen die HSG Langenau/Elchingen II (re. Torwart Felix Batke-Eilts) von Beginn an auflaufen. (Foto: Fabian Enzensperger)

Beim ersten Saisonheimspiel überzeugen die Lindauer Bezirksoberliga-Handballer durch eine erfolgreiche Verjüngungskur und ein ausgewogenes Kollektiv.

Moritz Pieper ist klatschnass geschwitzt. Der Rückraumspieler des TSV Lindau hat sich im Heimspiel gegen die HSG Langenau/Elchingen II richtig verausgabt. „Die 60 Minuten waren tough“, sagte der Handballer, der nach einer Bänderdehnung rechtzeitig zur Heimpremiere wieder einsatzbereit war. Mit zehn Treffern war er am Samstagabend der mit Abstand beste Torschütze der Bezirksoberliga-Partie in der Dreifachturnhalle, die mit 30:16 (12:9) an die Inselstädter ging.

Frischer Wind im Kader

Der klare Heimerfolg unterstreicht die Stärke des Landesliga-Absteigers, der sich selbst zu den besseren Mannschaften der Liga zählt. „Unser Trainer hat das Ziel Top-Fünf ausgegeben und da sehe ich uns auch“, betonte Pieper. Die Altersstruktur im Kader gestaltet sich inzwischen deutlich ausgewogener: „Wir hatten in der vergangenen Saison viele Ü30- und Ü40-Spieler. Durch die Abmeldung der Zweiten haben wir jetzt viel mehr Junge dazubekommen.“

Mit Linksaußen Julian Richter und Rückraumspieler Benedikt Hecht erhielten zwei dieser Talente am Samstag gegen Langenau/Elchingen II sehr viel Spielzeit. Richter durfte sogar von Beginn an auflaufen. „Das hat er sich mit seiner Trainingsbeteiligung verdient“, sagte Sven Grauer, Trainer des TSV Lindau.

Für Grauer war es am Samstag das Heimdebüt als neuer Coach des Bezirksoberligisten – er hatte das Amt erst im Sommer übernommen und stand in der vergangenen Spielzeit noch selbst auf dem Feld. „Wenn man sich das Ergebnis anschaut, dann war es ein starkes Ding von der Mannschaft“, zeigte sich Grauer hochzufrieden.

Fahrige Minuten vor der Pause

Im Grunde beherrschten die Gastgeber die Begegnung von Anfang bis Ende. Einzig in den zehn Minuten vor der Halbzeitpause agierten die Lindauer chaotisch. „Das Spiel wurde hitziger, davon haben wir uns anstecken lassen“, berichtete Pieper. „Wir haben das in der Halbzeit angesprochen und uns dann wieder auf uns konzentriert.“ Das war eine klare Vorgabe von Grauer. „Der Einzige, der was sagen darf, bin ich auf der Bank“, gab der Lindauer Trainer seinem Team mit auf den Weg. Vom Schiedsrichter forderte Grauer zudem den Schutz seiner Mannschaft ein, da bei Langenau/Elchingen II ein Akteur spiele, der bei Rückständen auch Verletzungen des Gegners in Kauf nehme.

Auch taktische Veränderungen führten zu einer souveränen zweiten Halbzeit mit nur sieben Gegentoren. „Nicht raustreten, kompakt in der Deckung bleiben“, lautete die Anweisung von Grauer, der zudem die Passwege auf den gegnerischen Außen Lars Zacharias blockieren ließ. Neben Pieper waren zehn weitere TSV-Akteure erfolgreich, weshalb der Trainer bilanzierte: „Es war eine gute Teamleistung.“ Einige Treffer leitete Torwart Jens Ellermann mit präzisen Pässen in die Spitze direkt ein.

Für die Gäste war es nach zwei Siegen die erste Saisonniederlage. Lindau feierte derweil die ersten Punkte nach der krachenden 18:33-Auftaktpleite bei Bregenz Handball II. Am kommenden Sonntag müssen die Inselstädter ein weiteres Mal in Österreich antreten: Die Partie beim Tabellendritten HC Hohenems startet um 17.30 Uhr.

Lindauer Handballerinnen verlieren knapp, zeigen Moral

Bereits um 15.30 Uhr treten an gleicher Stelle die Lindauer Handballerinnen an. Die von Erstmannschaftsspieler Alexander Haller trainierten Frauen verloren ihre Bezirksligabegegnung am vergangenen Samstag gegen die HSG Illertal knapp mit 26:28. Trotzdem verkaufte sich die Mannschaft vor heimischem Publikum mehr als ordentlich und schnupperte bis zum Schluss am Punktgewinn.