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Berichte

Festung zu Hause, Sorgenkind in der Fremde

Einsatz bis an die Schmerzgrenze: Lindaus Offensive (in Grün) stemmt sich gegen die dicht gestaffelte Dornbirner Defensive. (Foto: Fabian Enzensperger)

Die Lindauer Handballer präsentieren sich in dieser Saison extrem gegensätzlich. Vor dem nächsten Spiel stehen die Schwachstellen im Fokus.

Heimserie fortgesetzt, Auswärts-Trauma abgeschüttelt: Die Bezirksoberliga-Handballer des TSV Lindau bleiben vor eigenem Publikum ungeschlagen. Gegen den TS Dornbirn feierte die Mannschaft am Samstagabend einen verdienten 32:30 (18:13)-Heimsieg. Trotz des Erfolgs richtete Lindaus Coach Sven Grauer den Blick lobend auf den Gegner: „Chapeau an Dornbirn, dass sie sich tatsächlich noch einmal aufgebäumt haben und mit den wenigen Spielern, die sie dabei hatten, noch einmal gut mithalten konnten.“

Fehlender Spielfluss nach dem Seitenwechsel

Nach einer guten ersten Halbzeit, in der die Lindauer vor allem in der Abwehr Dornbirns Lücken reißen konnten und zu einfachen Toren kamen, lief es nach dem Seitenwechsel schleppender. „In der Pause habe ich von meiner Mannschaft verlangt, weiter aufs Tempo zu drücken, weil Dornbirn mit nur neun Feldspielern da war und wir eine volle Bank hatten. Wir sind aber nicht so gut in die zweite Hälfte gestartet. Ich hatte erwartet, dass wir noch Tor sechs oder sieben obendrauf legen, wir haben dann aber noch zwei oder drei kassiert und es wurde wieder knapper.“

Beim Stand von 24:18 (44.) hagelte es für Moritz Pieper und Julian Gauger gleich zwei Zeitstrafen, die Dornbirn mit einem 3:0-Lauf nutzte. Durch die doppelte Unterzahl der Lindauer fehlten den Vorarlbergern danach nur noch drei Tore zum Remis. Sven Grauer sah erneut Redebedarf und unterbrach das Spiel mit einer Auszeit. „Wir hatten da tatsächlich wieder das alte Leiden. Ich habe den Jungs gesagt, dass wir jetzt den Kopf behalten müssen und uns tatsächlich auf das Spiel konzentrieren müssen.“ Die Ansage fruchtete, und die Inselstädter holten sich ihr Fünf-Tore-Polster zurück.

Ellermann pariert Siebenmeter, Kobelke macht den Sieg klar

Kritisch wurde es, als nur noch sechs Minuten auf der Uhr standen. Dornbirn brachte den sicher geglaubten Erfolg der Lindauer ordentlich ins Wanken. Mit einem unglaublichen Vier-Tore-Lauf wurde es beim Stand von 31:30 (58.) sehr eng für den TSV, und Dornbirn stand auch noch mit Jakob Hämmerle an der Siebenmeter-Linie vor Lindaus Keeper Jens Ellermann. Ellermann parierte nervenstark trotz Erkältung, und Paul Kobelke erlöste die 120 Zuschauer in der Dreifachturnhalle in Aeschach mit seinem Abschlusstreffer zum 32:30-Sieg der Inselstädter.

„Gerade in der Schlussphase hätten wir es klarer machen können, aber im Endeffekt will ich mich nicht beschweren. Wir haben zwei Punkte eingefahren und das war das, was wir wollten“, bilanzierte Grauer, der zu keiner Zeit Bedenken gehabt habe, dass sein Team das Spiel aus der Hand gäbe.

Die Suche nach der Konstanz

Lindaus Handballer haben damit eine erfolgreiche Antwort auf die 27:33-Auswärtsniederlage in Friedrichshafen gegeben. Mit 6:6 Punkten steht der TSV nun auf Platz sieben in der Tabelle. Drei Niederlagen in der Fremde und drei Heimsiege weisen eindeutig auf die Problematik der Inselstädter hin. Die Ansätze im Training vor dem nächsten Auswärtstermin bei der Aalener Sportallianz am kommenden Samstag (19.30 Uhr) stehen für Lindaus Trainer fest. „Wenn wir unsere Schwächephasen nicht gehabt hätten, wäre es ein klarer Sieg gewesen. Wir müssen weiterhin daran arbeiten, unsere Schwächephasen so gering wie möglich zu halten.“

Vielleicht gelingt es den Lindauern am Samstag, ihr Auswärtsdilemma zu beenden und beim Schlusslicht in der Talsporthalle in Aalen-Wasseralfingen zum ersten Mal mit zwei Punkten im Gepäck an den Bodensee zurückzukehren. Allerdings sind die Ostälbler nicht zu unterschätzen, wie ihre 21:12-Halbzeitführung bei der knappen 32:34-Niederlage beim TV Weingarten zeigt.

TSV Lindau: Ellermann, Steppan (beide Tor); Gauger (7 Tore), Brombeis (6), Kobelke (4), Miller (4), Haller (2), Pieper (2, 1 Siebenmeter/kein Tor), Weiher (2), Hecht (2), Grübel (1) Stausberg (1), Holl (1), Rizzo, Tränkle, Knechtel.