Es war am Samstag wieder ein Spiel zwischen einer dünnen Personaldecke und einer voll besetzten Bank in der Handball-Landesliga. Bei der Abfahrt kamen schon die ersten Zweifel bei den Handballern des TSV Lindau auf. Ohne Johannes Brombeis, Moritz Pieper, Ronald Steppan und auch Norbert Knechtel machten sie sich auf den Weg in die Mali-Sporthalle und unterlagen dort der TG Biberach mit 21:28 (11:14).
An der Personalsituation wollte TSV-Spielertrainer Robert Broszio die Niederlage aber nicht festmachen. „Man muss neidlos anerkennen, dass Biberach die bessere Mannschaft war und wir körperlich einfach nicht dagegen angekommen sind. Sie stehen nicht umsonst oben in der Tabelle und wir unten. Auch mit einem vollen Kader hätte das nicht funktioniert“, sagte Broszio.
Schon früh im Hintertreffen
Die Gastgeber zeigten sich vor 150 Fans von Beginn an präsent und legten gleich mit einem 4:0-Lauf in den ersten fünf Minuten die Messlatte hoch. „Das haben wir selbst zu verschulden, weil wir da nicht die richtigen Entscheidungen getroffen und auch technische Fehler gemacht haben“, meinte Broszio zum Vier-Tore-Rückstand in der neunten Minute. Immerhin gelang es dem TSV bis zur Pause, leicht zu verkürzen. Dank der drei Treffer von Broszio in den letzten Minuten der ersten Hälfte stand es nach 30 Minuten aus Lindauer Sicht „nur“ 11:14. „Wir waren am Drücker“, kommentierte der Spielertrainer.
Zurück aus der Kabine wendete sich das Blatt wieder. Nach zehn Minuten blieb Broszio auf der Bank, weil sein Knie schmerzte. Simon Stausberg, Julian Gauger und Maik Grote bildeten die Konstellation im Rückraum für die restliche Zeit. „Wir mussten uns offensiv so aufreiben, weil wir körperlich unterlegen waren. Da stehen halt vier Zwei-Meter-Hünen in der Abwehr, das war unmöglich für uns. Das ist eine junge, abgezockte Truppe“, erklärte Broszio und meinte, „da geht man ein bisschen auf dem Zahnfleisch. Für Julian war es auch erst das zweite Spiel nach seiner Verletzungspause. Wir sind alle erst kurz zurück, da ist es konditionell noch nicht so, wie wir es gerne hätten. Man muss aber auch einfach sagen, dass sie sieben Tore besser waren. Da muss man nichts schönreden.“
Nach dreiwöchiger Pause gegen die Mitaufsteiger
Die Punkte gegen den Tabellenvierten hatten die Lindauer nicht eingeplant und sie sind guter Dinge, nach der dreiwöchigen Pause in den Partien gegen die Mitaufsteiger mit voller Kapelle aufzulaufen. Eine Ausnahme ist das nächste Auswärtsspiel am Samstag, 21. Februar (16 Uhr), bei der MTG Wangen II. Denn dann wird Broszio voraussichtlich beruflich bedingt nicht dabei sein können. „Wir legen den Fokus auf alles, was nach Wangen kommt. Vor allem auf die Spiele gegen die Tabellennachbarn HC Lustenau und TV Weingarten, das sind die Begegnungen, da geht es um alles“, sagte Broszio. Beides Spiele, die auswärts stattfinden.
Tabellarisch hat sich für die Inselstädter trotz der Niederlage nichts verändert. Lindau belegt mit 4:22 Punkten weiter den vorletzten Platz in der Handball-Landesliga, die Tabellennachbarn TV Weingarten (2:24 Punkte) und HC Lustenau (6:20 Punkte) kassierten am Wochenende ebenfalls Niederlagen.
In der spielfreien Zeit liegt der Schwerpunkt im Training auf einer kompakten Abwehr, aber auch auf mehr Bewegung im Angriff, „um nicht so sehr im Eins-gegen-Eins angreifen zu müssen, sondern dass das mehr aus dem Fluss geschieht. Da wollen wir hin“, so Broszio.
TSV Lindau: Ellermann (Tor); Haller (3 Tore, 3 Siebenmeter/2 Tore), Grote (4, 1/0), Bräu, Hadrich (1), Stausberg (3, 1/0), Gauger (4), Grauer, Broszio (4), Steder, Miller (2)



