Im Countdown der Handball-Landesliga-Saison ist der TSV Lindau als Schlusslicht der Tabelle ein vermeintlich leichter Gegner. So sah es am Samstag nach Anpfiff gegen den HC Lustenau in der Sporthalle am See in Hard auch aus. Bis zur achten Minute wollte den Inselstädter kein einziger Treffer gelingen und Lustenau ging mit 6:0 in Front. Aber dann fanden Lindaus Handballer ins Spiel und wurde bis zur Pause für Lustenau sehr gefährlich. Mit nur einem Tor minus ging es in die zweite Hälfte, als die Kräfte beim dünnen Kader der Inselstädter in Halbzeit zwei allmählich nachließen. 35:28 (14:13) stand für Lustenau am Ende auf der Anzeigetafel, aber Lindaus Kapitän war dennoch zufrieden: „Das war auf jeden Fall unser bestes Auswärtsspiel in dieser Saison. Als wir angefangen haben, am Spiel teilzunehmen, war es top.“
Aufholjagd bis zur Pause
Der TSV fand Lösungen im Angriff und die Aufholjagd begann. Der erste Drei-Tore-Lauf verkürzte den Abstand auf 5:8 (13.), und vier Treffer in Serie katapultierten die Inselstädter auf 13:13 (29.).
In der Kabine mussten die Inselstädter ihre Analyse unterbrechen, weil es nebenan plötzlich laut wurde. „Wir hatten einen sehr schönen Moment, als wir in der Kabine gehört haben, wie Lustenaus Trainer seine Mannschaft rund gemacht hat“, erzählte Haller schmunzelnd.
Mit nur acht Feldspielern blieb der TSV auch in Hälfte zwei mit ein bis zwei Toren an Lustenau dran, bis die Kräfte im Dauereinsatz nachließen. „Es mussten fast alle durchspielen und irgendwann war der Tank leer“, meinte Haller und erklärte damit auch gleich zwei Zeitstrafen für den TSV in der 40. und 41. Minute. „Die Kräfte haben nachgelassen und dann war man eben einen Schritt zu spät in der Abwehr. Das war der dünnen Personaldecke geschuldet. Trotzdem haben wir uns gut verkauft.“
Lindaus Abstieg steht fest
Simon Stausberg coachte sein Team am Seitenrand, weil sein Fuß nach wie vor Probleme macht, und auch Robert Broszio war noch krankgeschrieben. Moritz Pieper durfte sich wieder als bester Torschütze der Begegnung bezeichnen, mit insgesamt neun Toren, inklusive zwei erfolgreichen Siebenmetern.
150 Zuschauer fanden am Samstagnachmittag den Weg in die Sporthalle am See. Darunter auch viele Fans der Lindauer, für die der TSV trotz Abstieg weiterkämpfen will. „Ich denke, das hat man auch gesehen“, freute sich Haller.
Durch die Niederlage gegen Lustenau ist der Abstieg für die Inselstädter besiegelt. Sie halten jetzt die rote Laterne der Landesliga in der Hand. Für Haller eine klare Sache, die auch Vorteile hat. „Wir haben jetzt noch fünf Spiele. Fünf Trainingseinheiten auf einem sehr hohen Niveau. Das können wir nutzen und genauso wie am Samstag gegen Lustenau mit dem Mindset in die Spiele gehen und Spaß haben.“
Am Samstag beim Ligaprimus
Kommenden Samstag gastieren sie vor der Osterpause beim Spitzenreiter TV Altenstadt (19.30 Uhr). Danach folgen noch zwei Heimspiele gegen den TV Steinheim und die Reserve der SG Lauterstein und zwei Auswärtsbegegnungen beim TV Treffelhausen und der HSG Oberkochen/Königsbronn bis zum Saisonende Anfang Mai.
Für den TSV Lindau spielten: Ellermann, Krüger (beide Tor); Bräu (1 Tor), Haller (3), Gauger (8), Richter (2), Grauer (2), Pieper (9, 2 Siebenmeter/2 Tore), Miller (3), Brombeis



