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Berichte

Die Geburtstagsparty fällt aus

Statt der erhofften zwei Punkte als Geschenk gab es für den Lindauer Routinier eine schmerzhafte Auswärtsniederlage. (Foto: Fabian Enzensperger)

Bitterer Ehrentag für Elias Bräu: Eine desolate erste Hälfte kostete den TSV Lindau bei der HSG Friedrichshafen-Fischbach jede Chance auf Zählbares.

„Wir werden wirklich alles daransetzen, Elias Bräu die zwei Punkte als Geburtstagsgeschenk mitzugeben.“ Dieses Statement von Sven Grauer, Trainer des TSV Lindau, alterte am Samstagabend sehr schnell. Trotz eines eigenen Treffers des Jubilars reichte es für die Lindauer Handballer in der Häfler Bodenseesporthalle nicht zur großen Party: Der TSV verlor das Bezirksoberliga-Derby gegen die HSG Friedrichshafen-Fischbach deutlich mit 27:33 (11:21).

Zehn-Tore-Mann Ksobiak nicht zu stoppen

In den ersten 30 Minuten sahen die Gäste aus Bayern überhaupt kein Land. Nach nur sieben Minuten führten die Blisshards bereits mit 5:1 und zwangen den TSV in eine frühe Auszeit. „Konzentriert euch mal!“, schrie Grauer wenige Augenblicke später aufs Feld. Doch die Lindauer Abwehr blieb im ersten Durchgang quasi abwesend. Die Häfler Handballspielgemeinschaft nutzte nahezu jede Chance konsequent aus – es fehlte nicht viel zu einer perfekten ersten Hälfte.

Ronald Steppan im TSV-Tor war gegen den gegnerischen Angriffswirbel machtlos, von fast allen Positionen schlug es im Gehäuse ein. Während die Gesichter der Lindauer Bände sprachen, herrschte auf der HSG-Bank beste Stimmung. Ingo Ortlieb und Frank Rebholz – sie vertraten den urlaubsbedingt fehlenden Chefcoach Andreas Rohrbeck – wechselten munter durch, ohne dass der Spielfluss abriss. Besonders Moritz Ksobiak drehte auf: Er traf gleich mehrfach sehenswert und wurde mit zehn Treffern Top-Torschütze der HSG. Zur Halbzeit leuchtete aus TSV-Sicht ein ernüchterndes 11:21 von der Anzeigentafel.

Verletzungsschock stoppt den Häfler Express

Nach dem Seitenwechsel blieb Friedrichshafen-Fischbach zunächst am Drücker, bis die Partie um die 38. Minute herum einen Bruch erlitt. HSG-Spielmacher Julian Fischinger landete nach einem Sprung unglücklich auf einem gegnerischen Fuß und knickte um. Mit einem Eisbeutel am Knöchel musste er fortan zuschauen. In dieser Phase berappelte sich der TSV zumindest ansatzweise. Begünstigt durch eine steigende Fehlerquote im Aufbauspiel der Gastgeber verkürzten die Lindauer Handballer den deutlichen 18:27-Rückstand bis zur 52. Minute auf 22:28.

In der Schlussphase kamen die Häfler kaum noch zu klaren Abschlüssen. Auf der Gegenseite agierte der TSV im Angriff jedoch oft zu ungenau – oder scheiterte an den HSG-Torhütern Gideon Bauer und Marc Rueß. Da änderte es auch nicht mehr, dass die HSG kurz vor dem Ende verletzungsbedingt auch noch auf Klemen Kotnik (Schmerzen am Fuß) verzichten musste. Dank des fulminanten ersten Durchgangs blieb der verdiente Sieg beim Stand von 33:27 in Friedrichshafen. Während die Party zum 35. Geburtstag von Elias Bräu auf dem Spielfeld ausfiel, feierten die Gastgeber lautstark: „Derbysieger, Derbysieger – hey, hey!“

„Die erste Halbzeit war von jedem Einzelnen von uns wahrscheinlich das Schlechteste, was wir je gespielt haben. Wir hatten uns mehr ausgerechnet und wollten um Punkte mitspielen“, sagte TSV-Mannschaftskapitän Alexander Haller nach der Schlusssirene. „Dass wir es besser können, haben wir in der zweiten Halbzeit gezeigt. Leider war die erste Hälfte eine Vollkatastrophe. Ich habe es noch nie erlebt, dass wir uns so herspielen haben lassen.“

Der HSG-Verantwortliche Ingo Ortlieb kommentierte den Spielausgang wie folgt: „Diese erste Halbzeit war ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum Sieg. Da lief bei uns alles nahezu perfekt zusammen. Jeder hat in der Abwehr seinen Job gemacht. Und die Chancenauswertung war ganz anders als noch in Weingarten. Nach Julians Ausfall hatten wir einen kleinen Bruch im Spiel.“

Handball-Bezirksoberliga: HSG Friedrichshafen-Fischbach – TSV Lindau 33:27 (21:11). – HSG: Bauer, Rueß (beide Tor); Ksobiak (10 Tore), Leichtle (7 Tore, 3 Siebenmeter/3 Tore), Jörger (5), Dreher (4), Fischinger (3, 1/1), Pentzlin (3), Meschenmoser (1), Usinger, Tsigorlash, Dittmann, Braunmiller, Kotnik, Skolan – TSV: Steppan, Weiher (beide Tor); Pieper (14, 6/5), Haller (5, 2/1), Kobelke (3), Bräu (1), Grote (1), Miller (1), Hecht (1), Brombeis (1), Knechtel, Tränkle, Grübel, Siegel, Holl, Rizzo.