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Berichte

Respekt für die Rams, die Punkte für Lindau

Die Ravensburg Rams (li. Moritz Ewert) verdienten sich die Anerkennung der Gastgeber um Lindaus Alexander Haller (re.). (Foto: Fabian Enzensperger)

Die Inselstädter feiern in der Handball-Bezirksoberliga einen Heimerfolg gegen aufopferungsvoll kämpfende Ravensburger.

„Es gibt schöne Siege, es gibt fette Siege und es gibt Arbeitssiege. Am Samstag war es ein reiner Arbeitssieg“, bilanzierte Sven Grauer, Trainer des TSV Lindau, nach dem 32:28 (15:15)-Erfolg gegen den TSB Ravensburg in der Handball-Bezirksoberliga. Dennoch zollte er den Gästen Respekt: „Man muss Ravensburg ein großes Kompliment aussprechen. Sie waren mit nur zwei Auswechselspielern da und personell extrem lädiert. Da kämpfte jeder für jeden, bis die Lunge auf dem Hallenboden lag.“

„Lautere Ansprache“ in der Kabine

Vor allem in der ersten Hälfte ging Lindaus Plan, das Spiel mit Vollgas an sich zu reißen, nicht auf. Die Rams ließen sich nicht abschütteln und erkämpften sich zur Pause ein Remis. „Da gab es eine etwas lautere Ansprache in der Kabine“, berichtete Grauer, der vor allem mit der Defensive haderte. „Ich habe den Jungs gesagt, dass Abwehr eine reine Einstellungssache ist und ich für die zweite Halbzeit deutlich mehr Reaktion erwarte, was Absprache, Engagement und Kampfwille betrifft.“

Die Worte zeigten Wirkung. Die Inselstädter starteten mit einem 3:0-Lauf in den zweiten Durchgang. Taktisch stellte Lindaus Coach die Deckung mit Moritz Pieper auf der rechten Seite um. „Das hat uns dann tatsächlich durch das Spiel gebracht“, so Grauer. Dennoch stellte vor allem TSB-Akteur Moritz Ewert im Rückraum die Lindauer Abwehr immer wieder vor Probleme. Mit zehn Treffern war er der erfolgreichste Schütze der Partie und machte es in der 51. Minute noch einmal spannend: Sein persönlicher 3:0-Lauf brachte die Ravensburger noch einmal auf 25:27 heran.

Youngster Kobelke und Hecht glänzen mit zwölf Toren

Ein Sonderlob verdienten sich die Youngster Paul Kobelke und Benedikt Hecht. „Das waren die Spieler, die es am Schluss richtig gut gemacht haben und im Eins-gegen-Eins vorne im Angriff die Bälle verwertet haben. Das war top. Sie haben nicht umsonst zusammen zwölf Tore erzielt“, freute sich der Coach.

Am Ende fuhren die Inselstädter den angepeilten zweiten Heimsieg sowie die zwei Zähler ein und stehen nach vier Spieltagen mit 4:4 Punkten auf Platz sieben der Bezirksoberliga. „Ich bin zufrieden mit dem Sieg. Ich bin zufrieden mit der zweiten Halbzeit. Aber nach der ersten Hälfte gibt es auf jeden Fall noch Arbeit beim Stellungsspiel auf den Halbpositionen in der Abwehr“, resümierte Grauer. Die kommenden Trainingseinheiten sollen genutzt werden, um für das anstehende Derby bei der HSG Friedrichshafen-Fischbach (Samstag, 20 Uhr, Bodenseesporthalle) gerüstet zu sein.

Lindauer Frauen warten weiter auf Punkte

Die Handballerinnen des TSV Lindau sind nach ihrem Aufstieg hingegen noch nicht in der Bezirksliga angekommen. Auch nach dem vierten Spieltag wartet das Team auf die ersten Punkte. Im Vorspiel am Samstag empfingen die Lindauerinnen in der Dreifachturnhalle in Aeschach die Reserve des HC Lustenau. Die Gäste aus Österreich dominierten die Begegnung über 60 Minuten, die aus Lindauer Sicht mit einer 23:28 (8:14)-Niederlage endete. Herren-Spieler Alexander Haller, der die TSV-Frauen trainiert, sah dennoch deutliche Fortschritte: „Der Rückzug hat sich spürbar verbessert. Unser großes Manko war diesmal die Chancenverwertung sowie technische Fehler im Spiel nach vorne. Deshalb haben wir das Spiel auch verloren.“

Haller war überzeugt, dass mindestens ein Unentschieden im Bereich des Möglichen gewesen wäre. Positiv bewertete er den Positionsangriff: „Da waren gute Ansätze dabei, wenn wir es geschafft haben, den Ball schnell zu machen und den Gegner in Bewegung zu bringen. Dann sind wir auch zu guten Torchancen gekommen.“

Den Frauen bleiben nun drei Wochen Zeit, um sich intensiv auf das schwierige Auswärtsspiel bei der Verbandsliga-Reserve der MTG Wangen in der Argenhalle (Samstag, 7. November, 14 Uhr) vorzubereiten. Die Allgäuerinnen konnten in der noch jungen Saison bereits vier Punkte gegen Lustenau II und die TSF Ludwigsfeld einfahren.

Handball-Bezirksoberliga: TSV Lindau – TSB Ravensburg 32:28 (15:15). – TSV: Ellermann, Steppan (Tor); Bräu, Stausberg, Pieper (8 Tore, 2 Siebenmeter/1 Tor), Haller (4), Knechtel (2), Weiher, Steder, Miller (5), Kobelke (7), Hecht (5), Brombeis (1) – TSB: Lang (Tor); Wiedemann (2), P. Liebke (8, 3/3), Wiedemann (2), Schmidt (2), Norz, Deginder, Becker (1), Ewert (10), Kaut (5).