Am Ende war es eine Frage der Effizienz: Die Bezirksoberliga-Handballer des TSV Lindau mussten sich dem HC Hohenems knapp mit 23:25 (13:13) geschlagen geben. Dass die Punkte am Sonntag nach Vorarlberg wanderten, lag vor allem an einer Schwächephase in den letzten fünf Minuten und einer mangelhaften Chancenverwertung.
„Es war bis zur 55. Minute ein Spiel auf Augenhöhe mit vielen Fehlwürfen auf beiden Seiten. Wir hatten wirklich viele technische Fehler, viele Fehlpässe, vor allem mit freien Würfen aufs Tor haben wir dem Torwart die Füße wund geschossen“, bedauerte Sven Grauer, Trainer des TSV Lindau, und erklärte den Sieg damit, dass Hohenems zum Schluss die bessere Mannschaft im Torabschluss war.
Kosmetischer Treffer kurz vor dem Abpfiff
In der 56. Minute stand es noch 22:22, ehe zwei schnelle Gegentore den Lindauer Coach zur Auszeit zwangen. Hohenems erhöhte auf 25:22. Trotz Überzahl verpasste Lindau den Anschluss durch einen Fehlpass und vergab zudem einen Siebenmeter (58.). Der letzte Treffer von Kapitän Alexander Haller 39 Sekunden vor Schluss war nur noch Kosmetik. Der Frust saß tief: „Ich weiß nicht, ob das Spiel einen Sieger verdient hatte. Es hätte hinsichtlich der gesamten Leistung auch ein Unentschieden werden können, aber dazu hat es leider nicht gereicht“, haderte Haller.
Nach dem erfolgreichen vergangenen Heimspiel gegen die HSG Langenau/Elchingen II (30:16) bereitete vor allem die Defensive der Österreicher den Inselstädtern große Probleme. Hohenems agierte wesentlich kompakter in der Deckung als der letzte Gegner. „Wir waren im letzten Spiel in der Chancenverwertung deutlich besser, waren deutlich aggressiver in der Deckung. Wir haben Gegenstöße bekommen, die haben wir letzte Woche nicht gekriegt“, bemängelte Grauer und vermisste in den ersten 20 Minuten zudem das gewohnte Tempospiel.
Schwache Siebenmeter-Quote bemängelt
Vier verworfene Siebenmeter von insgesamt acht Versuchen waren am Ende eindeutig zu viel für den Lindauer Trainer. „Unsere Siebenmeter-Quote ist allgemein diese Saison nicht die Beste. Wenn es hochkommt, haben wir eine Quote von 50 Prozent, daran müssen wir arbeiten. Da müssen wir besser im Abschluss sein“, forderte Grauer.
Vor dem nächsten Heimspiel in der Dreifachturnhalle in Aeschach gegen den personell gebeutelten TSB Ravensburg (Samstag, 20.15 Uhr) legen die Lindauer den Fokus im Training nun ganz gezielt auf eine bessere Chancenverwertung. Grauer: „Wir müssen an unserer Torqualität arbeiten. Wir spielen manchmal richtig gut Dinge raus und scheitern dann am gegnerischen Torwart, weil wir nicht schauen, wo er steht.“
Deutliche Klatsche für die Bezirksliga-Frauen
Zuvor kassierten Lindaus Bezirksliga-Handballerinnen in der Sporthalle Herrenried in Hohenems eine herbe 22:47 (11:23)-Klatsche. Für Trainer Haller zeichnete sich das Debakel früh ab: „Man hat schon ganz früh im Spiel gemerkt, dass da nichts zu holen sein wird. Wir sind in einen Aufgebe-Modus gekommen. In der Rückwärtsbewegung haben wir unsere beiden Torhüterinnen so richtig im Stich gelassen, obwohl sie noch gut gehalten haben.“ Beim nächsten Heimspiel gegen den HC Lustenau II (Samstag, 18.15 Uhr) soll sich das nicht wiederholen: „Wir werden das angehen und besprechen und dann machen wir es das nächste Mal besser.“
TSV Lindau: Ellermann, Steppan (beide Tor); Pieper (8 Tore, 5 Siebenmeter/3 Tore), Bräu, Hadrich, Grote (2), Stausberg (1), Haller (3, 1/0), Knechtel (2), Gauger, Grübel (1), Holl, Weiher, Kobelke, Brombeis (5, 2/1), Richter (1).



