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Berichte

„Das letzte Mal, dass wir den Kopf hängen lassen“

Im ersten Pflichtspiel unter Neutrainer Sven Grauer (re.) kassierten die Lindauer Handballer eine Auswärtsniederlage. (Foto: Fabian Enzensperger/Archiv)

Die tolle Fan-Unterstützung wurde nicht belohnt: Der TSV Lindau unterlag deutlich bei Bregenz Handball II. Nach dem Spiel gab der Kapitän ein Versprechen ab.

An Unterstützung für den TSV Lindau hat es am Samstag beim Saisonauftakt in der Sporthalle Rieden-Vorkloster bei Bregenz Handball II nicht gemangelt. Bei strahlendem Sonnenschein wurden die Lindauer am Samstagnachmittag beim Auftaktspiel in der Bezirksoberliga von insgesamt 67 Zuschauern laut auf der Tribüne unterstützt. Kapitän Alexander Haller bedauerte, dass „dies leider nicht belohnt wurde.“ Mit 18:33 (11:15) waren die Inselstädter der jungen Mannschaft von Bregenz Handball eindeutig unterlegen.

Trotz Hochzeitstag nahm sich der Vorsitzende der Lindauer Handballer, André Krüger, die Zeit, dabei zu sein. „Es haben am ersten Spieltag wichtige Spieler gefehlt. Spieler, die erfahren sind und der jungen Mannschaft vielleicht ein bisschen Führung hätte geben können“, meinte Krüger.

Junge Spieler schwächeln nach der Pause

Ohne Moritz Pieper, Simon Stausberg und Norbert Knechtel lag die Verantwortung auf den Schultern der jungen Spieler, die vor allem in Hälfte zwei „den Faden verloren hatten“, resümierte TSV-Trainer Sven Grauer.

Die ersten 15 Minuten versprachen eine Partie auf Augenhöhe. Die Inselstädter führten sogar zweimal mit einem Tor plus und blieben auf Augenhöhe mit den jungen, temporeichen Gastgebern. Beim Stand von 7:6 nahm Grauer seine erste Auszeit. „Das war tatsächlich nur ein taktisches Timeout, um den Jungs mal ein bisschen Luft zu geben“, sagte der Lindauer Coach. Danach distanzierte sich Bregenz von Lindau und ging mit vier Toren plus in die Kabine.

Bis zur Pause war Grauer noch zufrieden. In der Kabine forderte er seine Jungs auf, die „technischen Fehler zu minimieren, um Bregenz nicht in das leichte Spiel kommen zu lassen und in der Abwehr kompakter zu stehen“. Direkt nach dem Seitenwechsel verkürzte der TSV erstmal auf zwei Tore minus, aber danach kamen sie ins Strudeln und die Negativspirale war nicht mehr aufzuhalten. Nur fünf weitere Tore folgten in den verbleibenden 27 Minuten.

„Die jungen Spieler haben den Kopf hängen lassen. Wir haben die Angriffsstruktur verloren, die wir eigentlich spielen wollten. In der Deckung war auch die Luft raus, wo der eine Schritt hintendran gefehlt hat. Jens Ellermann im Tor war gefühlt an zwölf Bällen dran, die dann aber reingingen. So wird es natürlich schwer zu gewinnen“, analysierte Grauer, der nach der Schlusssirene sein Team auffing. „Ich habe ihnen gesagt, dass wir Ehrgeiz und Kampfgeist gezeigt haben, auch wenn wir Höhen und Tiefen hatten. Wir werden weiterarbeiten. Das ist kein Beinbruch, die Saison ist erst gestartet und wir werden weiter an unserem Ziel arbeiten.“

Haller meinte: „Wir nehmen nicht nur negative Sachen mit aus dem Spiel. Wir haben besprochen, dass das das erste und letzte Mal in dieser Saison war, dass wir den Kopf hängen lassen und uns unnötig viel zu hoch wegschießen lassen, wenn etwas nicht klappt.“

Die Reserve von Bregenz Handball durfte sich über einen verdienten Sieg freuen. Trainer Lukas Frühstück bestätigte die hohen Ambitionen der Bregenzer in der Bezirksoberliga. „Wir würden um den Aufstieg spielen, wenn wir das schaffen. Wir wissen, dass wir eine sehr junge Mannschaft sind, aber nur wer ein hohes Ziel hat, kann was erreichen.“ Verstärkung bekam die Reserve von Bregenz Handball diese Saison laut Frühstück „vom Future Team, das in der zweithöchsten Liga in Österreich spielt.“

„Wir haben gewusst, dass Bregenz ein starker Gegner ist, sie sind ein Aufstiegsaspirant in der Liga. Wir haben mit einem dezimierten Kader gespielt. Ich denke, wir sollten die Niederlage nicht allzu hoch hängen und ich bin mir ziemlich sicher, dass wir es beim nächsten Heimspiel besser machen werden“, sagte Krüger optimistisch.

Lindau analysiert, volle Kapelle in zwei Wochen

Zwei Wochen bleiben den Lindauern bis sie am Samstag, 3. Oktober (19.30 Uhr), die HSG Langenau/Elchingen II in der Dreifachturnhalle empfangen. Zeit die Grauer dazu nutzen will, dass Spiel mit der Mannschaft zu analysieren. „Wir werden am Deckungssystem arbeiten müssen, weil wir zu viele Fehler über die Mitte gemacht haben. In zwei Wochen haben wir wieder volle Kapelle, dann sind die erfahrenen Spieler wieder dabei, die auf dem Spielfeld die Jungen mitziehen können“, so Grauer.

TSV Lindau: Ellermann (Tor); Grote (2 Tore), Haller (2, 2 Siebenmeter/ 1 Tor), Gauger (3, 1/0), Kobelke (3, 1/0), Grübel, Holl (1), Weiher (1), Rizzo, Brombeis (6), Richter.