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Lindaus Handballer freuen sich auf die Bezirksoberliga

Die Handballer des TSV Lindau (v. re. Julian Gauger und Oussama Hadrich) kosteten die freudigen Momente in der jetzt abgelaufenen Saison regelrecht aus. (Foto: Fabian Enzensperger)

Im letzten Landesligaspiel gibt es für den wieder einmal dezimierten TSV Lindau nichts zu holen. Die Frauen dürfen auf den Aufstieg hoffen.

Die Handballer des TSV Lindau haben die Landesligasaison auf dem letzten Tabellenplatz abgeschlossen. Zum Abschluss unterlagen die Inselstädter am Samstag mit 23:41 (15:20) bei der HSG Oberkochen/Königsbronn.

Vor 150 Zuschauern plagte den TSV in der Herwartsteinhalle wieder das chronische Personalproblem. Die Liste der verletzten Lindauer Spieler ist lang und so war es am Ende sogar positiv, dass sich niemand verletzte. Die Niederlage schmerzte wenig, denn der Abstieg in die Bezirksoberliga stand bereits seit Wochen fest.

„Die Heimsiege und dass wir viele Spiele mit einer absoluten Notbesetzung doch mit Gegnern aus dem oberen Tabellenbereich mithalten konnten, haben schon gezeigt, dass wir in der Liga nicht so ganz falsch waren. Auch wenn es in der Tabelle so aussieht“, bilanziert TSV-Kapitän Alexander Haller.

In der Herwartsteinhalle in Königsbronn erwischten die Lindauer einen starken Start und lagen sogar noch in der 18. Minute vorn. Dann machten die Gastgeber ernst und erarbeiteten sich durch mehrere Torserien eine 20:15-Halbzeitführung. „Irgendwann hat es sich bemerkbar gemacht, dass wir nicht die Wechselmöglichkeiten hatten, und dann ist Oberkochen Stück für Stück davongezogen. Da war die Luft komplett raus. Wir haben viele Tempogegenstöße bekommen, die das Ergebnis so hoch geschaukelt haben“, bedauert Haller. „Nach drei Aufstiegen war das Ende der Fahnenstange erreicht. Den Klassenerhalt hätten wir geschafft, wenn alles geklappt hätte und alles zusammengekommen wäre. Wir hatten einfach zu viele Verletzte und eine zweite Mannschaft, auf die wir so gut wie nie zurückgreifen konnten. Darum ist das Ergebnis jetzt so. Das ist aber absolut kein Beinbruch. Das war zu erwarten.“

Im Kader gibt es noch Fragezeichen

Sportlich ist die Saison nun vorbei, die Lindauer nutzen das kommende Wochenende aber für eine Abschlussfahrt und beschließen die Runde in einer Hütte im Montafon. Danach pausiert der TSV für einen Monat, bis die Vorbereitung auf die kommende Saison in der Bezirksoberliga wieder Fahrt aufnimmt. Einen genauen Fahrplan gibt es noch nicht, aber „jetzt spielen wir in der Liga, in der wir letzte Saison auch waren und in der vorletzten den Klassenerhalt ausgerufen haben. Darauf freuen wir uns“, sagt Haller.

Nach der Auflösung der Reserve gibt es noch einige Fragezeichen im zukünftigen Kader. Vor allem bei den jüngeren Spielern ist es noch ungewiss, wer nach dem Schulabschluss in Lindau bleiben wird. Zudem sind die Inselstädter immer noch auf der Suche nach einem neuen Trainer.

Erst wenn alles geklärt ist, soll das Ziel in der neuen Liga gesteckt werden. „Ob wir uns vornehmen, eine gute Rolle oder eine favorisierte Rolle im oberen Drittel zu spielen, dafür muss man sehen, wie sich der Kader zusammensetzt und auch die Trainersituation abwarten“, sagt Kapitän Haller.

Er selbst trainiert die Lindauer Frauenmannschaft und landete mit dieser in der Bezirksklasse auf dem zweiten Tabellenplatz. „Das war das Maximum, das wir aus der Saison rausholen konnten“, sagt Haller. Die Erwartungen wurden damit übertroffen, denn vor der Saison war die Personaldecke so dünn, dass das Ziel lautete, „möglichst bei allen Spielen überhaupt antreten zu können“.

Handballerinnen warten auf eine Nachricht vom Verband

Im Winter entspannte sich die Situation durch zwei Spielerinnen, die nach Lindau zurückkehrten, und drei Spielerinnen aus der Jugend. „Sie kamen im Prinzip alle gleichzeitig und auf einmal waren wir fünf mehr“, so Haller, der jetzt mit seinem Team auf baldige Nachricht vom Baden-Württembergischen Handball-Verband (BWHV) hofft, ob die Platzierung für einen Aufstieg reicht. „Dieses Jahr warten wir mal nicht bei den Herren, sondern bei den Damen. Eine Relegation kann ich mir nicht vorstellen, aber schauen wir mal“, sagt Haller.

Übrigens: Der ehemalige Lindauer Spielertrainer Jörg Lützelberger hat am Wochenende mit Drittligist HG Saarlouis die Meisterschaft perfekt gemacht. Nun spielt das Team in den Play-offs um den Aufstieg.

TSV Lindau: Steppan (Tor); Bräu, Grote (7), Haller (1), Gauger (2), Grübel, Grauer (3), Pieper (6, 1/0), Miller (2), Brombeis (2).