Eigentlich geht es in der Endphase für den TSV Lindau um nichts mehr. Der Abstieg aus der Landesliga steht schon länger fest. Die verbleibenden Spieltage sollten nur noch als Trainingseinheit auf hohem Niveau gelten, mit dem Ansporn, die Liga vielleicht doch nicht als Schlusslicht zu verlassen. Die Gegner im Countdown sind hochkarätig, so auch der TV Treffelhausen auf Platz zwei, der bereits die Aufstiegsrelegation Mitte Mai in die Handball-Verbandsliga eingetütet hat. „Wenn Matze (Matthias Seidel, Anm. d. Red.) sich nicht verletzt hätte, wären wir ganz zufrieden gewesen“, bedauerte TSV-Kapitän Alexander Haller die 16:25 (7:11)-Niederlage in der Alb-Sporthalle in Böhmenkirch.
Mitte Hälfte zwei stürzte er auf die Schulter und kam ins Krankenhaus nach Göppingen. Es war seit seiner Rückkehr erst der zweite Einsatz bei den Inselstädtern, die in dieser Saison eine ganze Liste mit Verletzten aufstellen können. Es erwischte unter anderem Simon Stausberg, Robert Broszio und Julian Gauger. Bei Johannes Brombeis lief es nicht ganz so dramatisch ab, aber wegen seines Knöchels musste auch er in der ersten Hälfte pausieren.
Vor 150 Zuschauern und einer prall gefüllten Treffelhausener Bank mit 15 Spielern kämpften die Inselstädter zunächst mit Anlaufschwierigkeiten. In den ersten zehn Minuten wollte kein Tor gelingen. Treffelhausen führte 3:0. „Sie haben eine 5:1-Abwehr gespielt, gegen die wir uns erst schwergetan haben, aber dann haben wir eine Lösung gefunden“, berichtete Haller, der die überragende Torhüterleistung von Jens Ellermann und Ronald Steppan besonders hervorhob. Der TSV glich aus und lag in der 19. Minute mit einem Tor plus vorn. Brombeis erhöhte kurz vor seiner Verletzung auf 7:5, dann kam Treffelhausen in einen wahren Torrausch. Mit sechs Toren in Serie stellten die Gastgeber die Weichen für den 11:7-Halbzeitstand plus. Nach dem Seitenwechsel knüpften die Gastgeber daran nahtlos mit einem 5:0-Lauf an.
Wie schon so oft in dieser Saison zeigte der dünne Kader mit nur neun Feldspielern bei den Lindauern ihre Wirkung. Als Seidel sich verletzte, blieben nur zwei Rückraumspieler übrig. Der TSV war gezwungen, zu improvisieren. „Sven Grauer musste auf Rückraum Mitte spielen. Das hat er in seinem ganzen Leben noch nicht gemacht“, so Haller und auch Außenspieler Oussama Hadrich wechselte in den Rückraum. „Das war alles ein bisschen kurios und eine Aufstellung, die so nicht vorkommt.“
Matthias Seidel fährt mit dem Team zurück
Immerhin durfte Seidel das Krankenhaus wieder verlassen und fuhr mit seinem Team am Sonntagabend wieder nach Hause. Wie lange er bis zu seiner Genesung pausieren muss, wird sich noch herausstellen. Für die verbleibenden zwei Spieltage ist aber auf keinen Fall mit ihm zu rechnen.
Kommenden Samstag erwartet Lindau beim letzten Heimspiel in der Landesliga den nächsten Gegner aus dem oberen Tabellenbereich: Ab 19.30 Uhr messen sich die Inselstädter in der Dreifachturnhalle in Lindau-Aeschach mit dem Tabellendritten SG Lauterstein II.
TSV Lindau: Ellermann, Steppan (beide Tor); Pieper (9 Tore, 4 Siebenmeter/4 Tore), Bräu, Hadrich (1), Haller, Grübel, Grauer (1), Seidel, Miller (1), Brombeis (4)



