Besser kann es nicht laufen, wenn alle drei aktiven Mannschaften des TSV Lindau einen Heimspieltag haben. Beide Männerteams sowie die Frauen haben am Samstag einen Sieg gefeiert. Den wohl größten Erfolg landete die erste Männermannschaft, die bisher in der Rückrunde in der Handball-Landesliga erst ein Spiel gewann. Das Schlusslicht bezwang den Tabellenzehnten TV Steinheim/Albuch in der heimischen Dreifachturnhalle mit 30:28 (15:14).
Vor 120 Zuschauern fügten die Lindauer Handballer dem Gegner damit eine bittere Niederlage zu. „Es kann sein, dass nicht nur zwei absteigen, sondern vielleicht auch drei oder vier“, meinte TSV-Kapitän Alexander Haller. Als Drittletzter mit 16:24 Punkten ist Steinheim damit noch nicht auf der sicheren Seite und muss zusehen, für den Klassenerhalt noch weitere Punkte zu holen.
Gegen Lindau ist das dem Team aus dem Landkreis Heidenheim nicht geglückt. Dabei waren die Gäste in der engen Partie bis zur 20. Minute im Vorteil. „Wir haben uns am Anfang im Angriff schwergetan“, erklärte Haller, aber die Lindauer fanden Lösungen gegen Steinheims „Körperlichkeit, auch von der Größe her“.
Drei Disqualifikationen
Die Inselstädter gestalteten ihre Offensive breiter und setzten mit Erfolg ihre Außenspieler in Szene und gingen mit einem Tor plus in die Pause. Steinheim musste bereits kurz nach dem Seitenwechsel die Disqualifikation von Marc Zeger einstecken. Die zweite Rote Karte folgte in der 44. Minute für die Gäste: Alexander Herbrik kassierte den Feldverweis. „Sie haben versucht, unsere Spielmacher an die kurze Leine zu nehmen, mit einem oder teilweise auch zwei vorgezogenen Spielern, um uns vor Probleme zu stellen“, berichtete Haller, aber die Gastgeber antworteten mit dem siebten Feldspieler ohne Torwart.
Es war bis zum Schluss spannend, bis zur 56. Minute stand es insgesamt zehnmal unentschieden. In der entscheidenden Phase mussten die Lindauer ohne Paul Kobelke auskommen. Er wurde vier Minuten vor dem Ende disqualifiziert, als sein Team mit 28:27 vorn lag. Oussama Hadrich (57.) und Lukas Miller (60.) erhöhten auf 30:27. Steinheims Schlusswort durch Tim Baur blieb damit am Ende rein kosmetischer Natur.
Nach neun Niederlagen seit Mitte November und einer Absage gegen TV Altenstadt war der erste Sieg seit Ende Januar (38:29 gegen die TSG Schnaitheim) für die vom Verletzungspech verfolgten Inselstädter eine Wohltat. „Wir haben wieder gesehen: Wenn wir einigermaßen komplett sind, können wir im unteren Mittelfeld mitspielen. Das hat schon gutgetan“, freute sich Haller. Das Ziel, nicht als Schlusslicht die Landesliga zu verlassen, ist am Samstag in Reichweite gekommen. Nun stehen die Lindauer punktgleich mit TV Weingarten am Tabellenende und haben noch dreimal die Möglichkeit, zu punkten. „Das macht auch Mut für die letzten drei Spiele“, beteuerte Lindaus Kapitän, denn kommenden Sonntag geht es bereits zum Tabellenzweiten TV Treffelhausen in die Alb-Sporthalle nach Böhmenkirch. Anpfiff ist um 17 Uhr.
Die Frauen schauen nun gespannt nach Friedrichshafen
Für einige Spieler war es ein langer Handballtag in der Dreifachturnhalle in Lindau-Aeschach. Christoph Grübel, Norbert Knechtel und Kobelke stellten sich zuvor in den Dienst der zweiten Mannschaft im Kellerduell gegen den TSV Bad Saulgau III in der Bezirksklasse. Reservetrainer Elias Bräu war in der komfortablen Situation, durch die klare Führung seines Teams alle drei Spieler frühzeitig schonen zu können, damit sie noch mehr Energie für ihren Auftritt in der Landesliga am Abend haben. 27:21 (15:10) stand am Ende für die neu gegründete Mannschaft auf der Anzeigentafel.
Auf der Siegeswelle ritten am Samstag auch die Frauen in ihrem letzten Duell in der Bezirksklasse gegen die HSG Lindenberg-Isny mit. Mit dem 28:25 (12:13)-Sieg festigten sie den zweiten Tabellenplatz, den ihnen aber noch die HSG Friedrichshafen-Fischbach II abluchsen könnte. Dafür benötigt die Landesliga-Reserve aus den verbleibenden Spielen gegen den noch verlustpunktfreien Klassenprimus TV Weingarten II (Samstag, 18 Uhr) und Lindenberg-Isny (Samstag, 25. April, 16 Uhr) drei Punkte.
TSV Lindau: Ellermann, Steppan (im Tor); Pieper (6 Tore, 4 Siebenmeter/4 Tore), Bräu (2), Hadrich (3), Grote (2), Haller (4), Knechtel, Gauger (3), Grübel (1), Grauer, Seidel, Miller (6), Kobelke (2), Brombeis (1), Richter



